Teddy der Unbestechliche

teddyWir hatten mal einen Schnauzermix-Rüden. Dieser war sehr stur, aber auch sehr gelehrig. Unser Hund wollte nur etwas lernen, wenn er es wollte und nicht immer alles, was man ihm beizubringen versuchte. Er wollte auch partout kein Platz machen. Schließlich dachten wir, in einer Hundeschule würde er vieles leichter lernen, vielleicht bin ich nur zu blöd, ihm bestimmte Dinge beizubringen, denn viele andere Sachen, wie z. B. Sitz, geh bei Fuß und hol den Ball hat er fix kapiert und auch mit Begeisterung ausgeführt. Wir suchten uns eine schöne Hundeschule, die auch Mischlinge annimmt, weil es viele Hundeschulen gibt, die mit Verein gekoppelt sind und nur mit den jeweiligen Rassen arbeiten.

Der erste Tag war allerdings auch schon der letzte Tag.

Der Hundetrainer hörte sich unser Problem an und meinte mit einem ernsten Befehlston und einem Leckerchen bekommen wir das schon hin, da ich den Hund immer nur bitten täte, wird es eh nicht werden. Es darf nicht sein, dass man den „gnädigen Herrn“ Hund immer betteln muss.

Ich dachte mir, na; dann mach mal. Er hielt unserem Teddy ein Leckerchen (Doko) hin.Teddy drehte sich zu mir, als wenn er mir sagen wollte; „netter Versuch. Frauchen habe ich das fein gemacht? Du weißt ja ich nehme von Fremden keine Leckereien. Gefressen wird immer zu Hause, jetzt können wir gehen“.

Dann nahm der Trainer die Leine und wollte mit dem Hund eine Runde laufen. Auch hier hat er die Rechnung ohne unseren Teddy gemacht. Der Hund bewegte sich kein Stück und sah mich nur an, als wollte er sagen; „Frauchen muss das sein, können wir nicht lieber nach Hause gehen?“ Der Trainer konnte machen, was er wollte, er bekam den Hund kein Stück bewegt. Dann sollte ich mit Teddy ein Stück gehen und ihn bei Fuß laufen lassen und das funktionierte einwandfrei. War klar und nicht anders zu erwarten.

Der Hundetrainer kam schon langsam an seine Grenzen. Er brabbelte immer nur, es hätte keinen Sinn mit dem Hund, weil der nur auf mich fixiert ist und so könne er ihm nichts beibringen. Einen Versuch könne man noch machen, in dem man den Hund zwei bis drei Tage hungern lässt, dann würde er für ein Doko alles tun. Nun wusste ich; bis hier her und nicht weiter! Ich wusste ganz genau, unser Teddy ist unbestechlich und würde auch nach einer Woche hungern nichts von einem Fremden nehmen.

Wir gingen ohne eine weiteren Termin nach Hause und haben in der späteren Zeit unseren Hund sehr viele Dinge selbst beigebracht. Teddy lernte mit Tricks auch dem Befehl Platz zu gehorchen und er machte diese Dinge gern, auch ohne dafür ein Leckerchen zu bekommen. Ohne Hundeschule ist aus unserem Teddy ein verlässlicher Hund geworden. Er liebte seine Menschen und wir liebten ihn, er war für uns ein Familienmitglied und wurde immer als solches behandelt.

Gerne denke ich an ihn, ich bin froh einen so tollen Freund gehabt zu haben.

© Simone Warnke Juni 2013

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