Wegen Tötung eines Hundes – 17 Jahre hinter Gitter

Für einen Polizeihund war es die größte Beerdigung, die in Amerika je für einen Hund stattfand. Über 1.200 Trauergäste kamen im vergangenen Jahr an die Soldiers & Sailors Memorial Hall und Museum in Pittsburgh, um Rocco (8 J.) ein letztes Geleit zu geben. Bei einem Einsatz wenige Wochen zuvor wurde der Schäferhund schwer verletzt und ist an den Verletzungen in einer Klinik gestorben.


Ein Polizeihund wurde auf einen Flüchtigen Täter angesetzt und dabei getötet. Zuvor wurde der Flüchtige von Polizeibeamte Philipp Lerza zum Stehenbleiben aufgefordert. Als der damals 21 Jahre alte John Rush dem nicht nachkam, schickten sie Rocco, der konnte ihn jedoch nicht stellen. John Rush hatte ein Messer und stach mehrmals auf Rocco ein. Polizist Lerza und sein Kollege gelangten zu Rocco und auch sie wurden mit dem Messer attackiert. Für diese Tat musste sich der jetzt 22 jährige John Rush nun verantworten.

Die Bezirksrichterin Jill Rangos vom Bezirk Allegheny bei Pittsburgh hatte über das Strafmaß zu befinden und verurteilte den schon mehrfach vorbestraften John Rush für die Tötung des Polizeihundes Rocco und den Angriff auf zwei Polizisten zu einer Gefängnisstrafe von 17 Jahren und neun Monaten.

In Zusammenhang mit einem Mord an einem Polizeihund ist dies das härteste Urteil und die längste Gefängnisstrafe, die bislang verhängt wurde.

Die Tat ereignete sich vor einem Jahr, im Januar 2014. Für die Behandlung von Rocco (Klinikkosten) wurden 100.000 Dollar gespendet. Das gespendete Geld sollte nicht nur für die Tierarztkosten verwendet werden, es soll ein Teil zur Verbesserung des Trainings von Polizeihunden Verwendung finden.

Tom Corbett, (der damalige Gouverneur von Pennsylvania) hat wenige Monate nach Roccos Tot das „Rocco-Gesetz“ erlassen. Die Tötung eines Polizeihundes sieht Strafen von sieben bis zu zehn Jahren vor. Den Verurteilten erwartet zusätzlich eine Geldstrafe von 25.000.00 Dollar

Vergleichsweise zu Amerika wird in Deutschland die Tötung eines Hundes als Sachbeschädigung behandelt und mit einer Geldstrafe geahndet. Bei eindeutiger Sachlage von Tierquälerei kann eine Haftstrafe bis zu drei Jahren verhängt werden. Die Polizei kann sich den getöteten Hund vom Täter ersetzen lassen. Die Ausbildung ist nicht billig und dauert auch so seine Zeit, da muss mit mehreren tausend Euro gerechnet werden.

Viele halten die Strafe für viel zu hoch und überzogen, sie wäre vergleichbar mit Totschlag an einem Menschen. Der Hund war im Dienst der Polizei, deshalb ist er noch lange kein Mensch, er bleibt ein Hund. Zum Glück sah die Richterin Jill Rangos das anders und hat die Tötung von Rocco sowie die Angriffe auf die Polizisten auf eine Stufe gestellt.

Es wird langsam Zeit, dass erkannt wird, dass ein Tier, ob nun im Dienst oder einfach nur Haus- oder Nutztier, mehr als nur eine Sache ist.

© Simone Warnke März 2015

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